Es gibt unterschiedliche Arten von Fakes. Entgegen der vorherrschenden Meinung sind nicht alle leicht durchschaubar, dumm gemacht oder haben ein klar erkennbares Motiv. Gerne wird im Internet, z.B. auf entsprechenden Informationsseiten von Datingportalen, auf pseudo-witzige, veralbernde Weise über Fakes „aufgeklärt“ und das Phänomen verharmlost. Nachvollziehbar, denn welches Portal gibt schon gerne zu, dass es sich um ein ernstes Problem handelt, das überall vorkommt, sogar wenn der Anbieter kostenpflichtig ist.

WhatsappDiese Seite befasst sich mit Realfakes – Personen, die sich im Internet eine perfektionierte andere Identität zulegen, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen das Vertrauen von Menschen erschleichen und in vermeintlich vertrautem Rahmen mit ihnen kommunizieren. Sie gelangen so an private Informationen, wecken Gefühle, manipulieren und geben dabei stets vor, den anderen selbstverständlich im realen Leben treffen zu wollen.

Geld spielt bei ihnen, im Gegensatz zu Scammern, keine Rolle. Es geht ihnen nicht um eigene finanzielle Interessen, im Gegenteil, manche senden sogar Geschenke an ihre Opfer.

Um glaubwürdig zu erscheinen, arbeiten diese Realfakes sehr aufwändig. Sie erstellen zum Beispiel falsche Facebook-Accounts für fiktive Freunde, Arbeitskollegen oder ehemalige Mitschüler etc. Details findest du hier.

Dieser Fake-Typ wird in den USA, nach der dort ausgestrahlten gleichnamigen MTV-Serie und einem Dokumentarfilm, auch Catfish genannt.

 

Weitere Fake-Typen, die ich auf realfakes aber ausklammern möchte:

• Fakes, die auf satirische oder künstlerische Art eine fiktive Persönlichkeit darstellen. Ein schönes Beispiel dafür ist der geniale Account Renate Bergmann auf Twitter.

• Fakes, die Identitätsklau betreiben, sich also einen real existierenden Menschen suchen und mit dessen echtem Namen und dessen echten Fotos einen Fake-Account anlegen. Besonders gemein wird es, wenn die Fakes sich mit diesem Profil zum Beispiel auf Flirt-Plattformen bewegen und es für sexuelle Handlungen nutzen. Der Grat zwischen „Spaß“ und krimineller Handlung ist bei diesem Fake-Typen sehr schmal.
Mehr Informationen zu der Rechtslage bei Identitätsklau findet ihr hier.

Scammer/Romance-Scammer, Fakes mit kriminellem Hintergrund, die seit einiger Zeit immer häufiger und dreister in ausnahmslos jedem Social Network auftreten. Mehr Informationen hier.

• So genannte Trolle, User, die mit einem falschen Namen in Internetforen, auf Websites, Blogs etc. provozierende Kommentare hinterlassen, um Reaktionen und Aufmerksamkeit zu erhalten.

• Fake-Accounts, die in sozialen Netzwerken von Usern „aus Spaß“ eingerichtet werden und mit denen sie dann wahllos und ohne konkretes Ziel Fremde und Freunde täuschen, sie manipulieren, anflirten oder aushorchen. Neugier und Langeweile spielen als Motivation hier wohl eine entscheidende Rolle. Es kommt auch vor, dass Fake-Accounts kreiert werden, um in Social Networks mit Hilfe von Kommentaren etc. einen bestimmten, real existierenden Menschen zu diskreditieren.

Anmerkung: Menschen, die aus Gründen des persönlichen Datenschutzes für ihre Accounts einen falschen Namen verwenden, sind keine Fakes. Ein User wird erst dann zu einem Fake, wenn er eine nicht existierende „ganz normale“ Person kreiert, in deren Rolle schlüpft, und anderen Menschen gegenüber vorgibt, echt zu sein.

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