Nehmen wir an, du hast jemanden kennengelernt, der dir einige Fotos von sich geschickt hat. Du kannst nun diese Pics hochladen und sehen, ob und auf welchen Seiten im Internet sie veröffentlicht wurden.
So findest du unter Umständen heraus, dass dein neuer Freund in Wirklichkeit nicht Michael aus Minden, sondern Chris aus Kalifornien ist, dem seine Bilder geklaut wurden.

So viel zur grauen Theorie. In der Praxis ist es leider nicht ganz so leicht und funktioniert nicht immer zuverlässig.

Du kannst die Website tineye nutzen und dort ganz leicht deine Fotos hochladen. Tineye durchsucht dann das Internet und spuckt in wenigen Sekunden das Ergebnis aus.
Ich habe damit nicht wirklich gute Ergebnisse erzielen können. Als Beispiel hier eines meiner Fotos, das sowohl bei EyeEm, als auch bei Instagram öffentlich zu sehen ist, von Tineye aber nicht gefunden wurde:

Tineye

Zuverlässiger arbeitet die Bildersuche von Google. Dort kannst du nicht nur per Suchbegriff nach Bildern suchen, sondern auch nach konkreten Fotos. In der Eingabezeile befindet sich rechts ein kleines Kamera-Symbol:

Google-Bilder

 

Nach einem Klick darauf öffnet sich ein Eingabefenster und du kannst dein Foto hochladen.

Leider stößt auch diese Bildersuche schnell an ihre Grenzen. Sie arbeitet nach dem Prinzip, optisch ähnliche Bilder aufzuspüren. So erhält man zwar viele Treffer, aber leider selten die richtigen, wie du an dem Beispielbild von oben, nun via Google gesucht, sehen kannst:

Google-Maenner-im-Anzug

 

Die Farbigkeit spielt kaum eine Rolle. Hier wurde nach einem Farbfoto gesucht und das identische Bild in Schwarz-Weiß auf einer Website gefunden:

Farbfoto

 

Was allerdings jedes Bild für Suchmaschinen problematisch macht, ist die Veränderung des Ausschnittes. Sobald dieser modifiziert ist, wird das Original nicht mehr gefunden. Das macht es Fakes so leicht, die Bilder anderer Personen zu stehlen.

Hier das Originalbild, …

Originalbild

… ein Ausschnitt daraus, …

Portrait

… und das, was Google an Ergebnis liefert, wenn man nach diesem Ausschnitt sucht – in diesem Fall ein perfektes Beispiel dafür, wie unfreiwillig komisch und falsch das Ergebnis mitunter ist. Hier vermutet Google, dass es sich um ein Foto von Alberto Korda handelt, einem bekannten kubanischen Fotografen:

Portrait-Ergebnis

 

So einfach ist das mit der Bildersuche also gar nicht. Es gehört eine ganze Menge Glück dazu. Und natürlich kann auch ein Fake die Fotos, die er verwenden möchte, erstmal selbst durch eine Suchmaschine schicken und dann nur die nehmen, die nicht gefunden wurden. Weder das Opfer, noch der Mensch, dessen Fotos gestohlen wurden, wird den Missbrauch so entdecken können.

Wenn die Bildersuche keine Ergebnisse geliefert hat, solltest du dir die Fotos ganz genau ansehen.
Liegen Zeitschriften herum? Kann man Flaschenetiketten, Getränkedosen oder Verpackungen von Lebensmitteln erkennen? Sieht man Steckdosen, Fenstergriffe oder Lichtschalter? Sind im Hintergrund Autokennzeichen oder Straßenschilder mit abgebildet?
Oftmals findet man anhand solcher Details zumindest heraus, dass die Person auf den Fotos sich nicht in dem Land aufhält, in dem der Fake vorgibt zu sein, weil auf den Bildern ausländische Etiketten, Straßennamen oder Steckdosen zu sehen sind.

Ihr findet hier eine kleine Auswahl amerikanischer Lichtschalter, Steckdosen und ein Schiebefenster: