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Fakes, die Geld wollen

Sollte ein Fake um Geld bitten, handelt es sich mit großer Sicherheit um einen Romance Scammer. Dahinter stecken Kriminelle, die rein materielle Interessen verfolgen. Weil hier die Täter-Motivation eine ganz andere ist als bei Realfakes, befasst sich realfakes.net eigentlich nicht mit Scamming. Da mich aber häufig Scammer-Opfer anschreiben, denen gar nicht bewusst ist, dass es sich bei ihrer Internet-Liebe nicht um einen normalen Fake, sondern um einen Kriminellen handelt, besteht anscheinend einiger Informationsbedarf. 

Darum habe ich die wichtigsten Informationen über Scammer hier zusammengefasst – und es gibt nun eine eigene Selbsthilfegruppe für Scammer-Opfer! Mehr Infos darüber auf der Seite.

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Übereinstimmungen in Fake-Stories

Immer wieder fragen mich Betroffene, ob wohl andere Opfer an den gleichen Fake wie sie selbst geraten sind. Sie senden mir Namen und Lebensgeschichte „ihres“ Fakes und hoffen, dass ich mich erinnere, falls ich Ähnliches schon einmal gehört habe.

So einfach ist das aber nicht, denn Tatsache ist:

• In 95% aller Fake-Geschichten spielen psychische Erkrankungen, Todesfälle, Unfälle und schwere Krankheiten wie Krebs eine Rolle. Auch Gedächtnis- und Stimmverlust kommen recht häufig vor.

• In mindestens 70% aller Stories reisen die Fakes für einen längeren Zeitraum ins Ausland, leben dort oder haben Familie dort.

• Viele Fakes behaupten, als Polizist oder für die Regierung zu arbeiten, im Geheimdienst tätig oder in Zeugenschutzprogrammen zu sein. Dadurch steht ihnen ein besonders großes Repertoire an Ausreden zur Verfügung, denn sie dürfen angeblich keine privaten Informationen von sich preisgeben, sind ständig unterwegs oder müssen irgendwo untertauchen …

• Die Arten der Manipulation ähneln sich immer: Plötzliches sich Zurückziehen, um das Gegenüber mürbe zu machen, Eifersucht schüren, Vorwürfe in Gegenvorwürfe umwandeln. Manchmal gibt es auch offene Drohungen oder es wird Angst geschürt, indem der Fake behauptet, er verfüge über „besondere Fähigkeiten“ und könne Unglück über den Anderen bringen.

• Es gibt zigtausende Fake- und Scammer-Accounts. Viele ändern ihre Namen immer wieder. Die Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene mit dem gleichen Fake zu tun hatten, ist äußerst gering.

• Bei Scammern sind die Lebensgeschichten nahezu identisch. Mehr Infos dazu gibt es hier.

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Es gibt endlich eine Selbsthilfegruppe

Realfakes.net hat jetzt eine offizielle
SELBSTHILFEGRUPPE FÜR BETROFFENE!
Diese geheime Facebook-Gruppe ist ausschließlich für Betroffene oder Familienangehörige/Freunde von Betroffenen gedacht. Sie umfasst momentan 44 Mitglieder, die sich dort austauschen und gegenseitig unterstützen.
Viele mögen sich fragen, warum diese Gruppe sich ausgerechnet bei Facebook befindet – der Plattform, bei der Fakes kaum Konsequenzen zu befürchten haben.
Die ganz pragmatische Antwort: Es war der schnellste und unkomplizierteste Weg, denn sehr viele Betroffene  lernten ihre Fakes dort kennen, verfügen also schon über einen Account.
Da die bestmögliche Fake-Freiheit allen Gruppenmitgliedern natürlich sehr wichtig ist, habe ich mich für einen unkonventionellen Schritt entschieden:
Jede Person, die aufgenommen werden möchte, muss sich mit seinem Ausweis verifizieren. Das Ganze erfolgt im Rahmen eines kurzen Facebook-Chats, ist selbstverständlich absolut diskret und dauert nur wenige Minuten.
Wer beitreten möchte, schreibt bitte an meinen Facebook-Account eine PN:
WICHTIG: Sollten bei Facebook andere Gruppen mit „Realfakes“ im Titel auftauchen, dann haben sie NICHTS mit http://www.realfakes.net zu tun! Die offizielle Seite ist geheim, kann also von Außenstehenden nicht gefunden oder gesehen werden.
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Fotos: Genaues Hinschauen lohnt

Wenn die ersten Zweifel daran aufkommen, dass die Person, mit der man im Internet Kontakt hat, wirklich echt ist, sollte man die Bildersuche nutzen. Oft erzielt die aber leider keine Ergebnisse. Dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Fotos.

Liegen Zeitschriften herum? Kann man Flaschenetiketten, Getränkedosen oder Verpackungen von Lebensmitteln erkennen? Sieht man Steckdosen, Fenstergriffe oder Lichtschalter? Sind im Hintergrund Autokennzeichen oder Straßenschilder mit abgebildet?

Oftmals findet man anhand solcher Details zumindest heraus, dass die Person auf den Fotos sich nicht in dem Land aufhält, in dem das Gegenüber vorgibt zu sein, weil auf den Bildern ausländische Etiketten, Straßennamen oder Steckdosen zu sehen sind.

Ihr findet hier eine kleine Auswahl amerikanischer Lichtschalter, Steckdosen und ein Schiebefenster. Über Zusendungen weiterer Beispiele aus dem außereuropäischen Ausland freue ich mich.

 

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Danke

Vor etwas mehr als einer Woche hatte ich hier um finanzielle Unterstützung für meine Beratung von Realfakes-Opfern gebeten.
Transparenz finde ich wichtig, darum nun konkrete Zahlen:
Bisher haben 17 Menschen insgesamt 416,39 Euro überwiesen.
Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken!
Ich überlege nun, wie es langfristig weitergehen soll. Es führt wohl kein Weg an der Gründung eines Vereins vorbei, damit ich auch Spendenquittungen ausstellen kann.
Außerdem riet man mir, Crowdfunding in Betracht zu ziehen.
Ich kann mich damit bisher nicht so recht anfreunden, denn bei den bekannteren Plattformen (und nur die scheinen erfolgversprechend für die Projekte zu sein) müsste ich einen Zielbetrag angeben, der in einer gewissen Zeitspanne erreicht werden muss.
Wird dieses Ziel nicht erreicht, geht das Geld komplett wieder an die Spender zurück, statt die geringere Summe einfach dem Projekt zukommen zu lassen. Für Businessunternehmen ist das nachvollziehbar, für soziale Projekte schwierig. Ein größerer Endbetrag in z.B. einem halben Jahr wäre schön, aber so lange kann ich nicht warten, denn die Beratung muss ja jetzt weiterlaufen.
Solltet Ihr Ideen und Lösungen haben: Bitte her damit. Ich bin für jeden Tipp – auch, was die Rechtslage betrifft – sehr dankbar.