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Übereinstimmungen in Fake-Stories

Immer wieder fragen mich Betroffene, ob wohl andere Opfer an den gleichen Fake wie sie selbst geraten sind. Sie senden mir Namen und Lebensgeschichte „ihres“ Fakes und hoffen, dass ich mich erinnere, falls ich Ähnliches schon einmal gehört habe.

So einfach ist das aber nicht, denn Tatsache ist:

• In 95% aller Fake-Geschichten spielen psychische Erkrankungen, Todesfälle, Unfälle und schwere Krankheiten wie Krebs eine Rolle. Auch Gedächtnis- und Stimmverlust kommen recht häufig vor.

• In mindestens 70% aller Stories reisen die Fakes für einen längeren Zeitraum ins Ausland, leben dort oder haben Familie dort.

• Viele Fakes behaupten, als Polizist oder für die Regierung zu arbeiten, im Geheimdienst tätig oder in Zeugenschutzprogrammen zu sein. Dadurch steht ihnen ein besonders großes Repertoire an Ausreden zur Verfügung, denn sie dürfen angeblich keine privaten Informationen von sich preisgeben, sind ständig unterwegs oder müssen irgendwo untertauchen …

• Die Arten der Manipulation ähneln sich immer: Plötzliches sich Zurückziehen, um das Gegenüber mürbe zu machen, Eifersucht schüren, Vorwürfe in Gegenvorwürfe umwandeln. Manchmal gibt es auch offene Drohungen oder es wird Angst geschürt, indem der Fake behauptet, er verfüge über „besondere Fähigkeiten“ und könne Unglück über den Anderen bringen.

• Es gibt zigtausende Fake- und Scammer-Accounts. Viele ändern ihre Namen immer wieder. Die Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene mit dem gleichen Fake zu tun hatten, ist äußerst gering.

• Bei Scammern sind die Lebensgeschichten nahezu identisch.

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Es gibt endlich eine Selbsthilfegruppe

Realfakes.net hat jetzt eine offizielle
SELBSTHILFEGRUPPE FÜR BETROFFENE!
Diese geheime Facebook-Gruppe ist ausschließlich für Betroffene oder Familienangehörige/Freunde von Betroffenen gedacht. Sie umfasst momentan 44 Mitglieder, die sich dort austauschen und gegenseitig unterstützen.
Viele mögen sich fragen, warum diese Gruppe sich ausgerechnet bei Facebook befindet – der Plattform, bei der Fakes kaum Konsequenzen zu befürchten haben.
Die ganz pragmatische Antwort: Es war der schnellste und unkomplizierteste Weg, denn sehr viele Betroffene  lernten ihre Fakes dort kennen, verfügen also schon über einen Account.
Da die bestmögliche Fake-Freiheit allen Gruppenmitgliedern natürlich sehr wichtig ist, habe ich mich für einen unkonventionellen Schritt entschieden:
Jede Person, die aufgenommen werden möchte, muss sich mit seinem Ausweis verifizieren. Das Ganze erfolgt im Rahmen eines kurzen Facebook-Chats, ist selbstverständlich absolut diskret und dauert nur wenige Minuten.
Wer beitreten möchte, schreibt bitte an meinen Facebook-Account eine PN:
WICHTIG: Sollten bei Facebook andere Gruppen mit „Realfakes“ im Titel auftauchen, dann haben sie NICHTS mit http://www.realfakes.net zu tun! Die offizielle Seite ist geheim, kann also von Außenstehenden nicht gefunden oder gesehen werden.
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Fotos: Genaues Hinschauen lohnt

Wenn die ersten Zweifel daran aufkommen, dass die Person, mit der man im Internet Kontakt hat, wirklich echt ist, sollte man die Bildersuche nutzen. Oft erzielt die aber leider keine Ergebnisse. Dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Fotos.

Liegen Zeitschriften herum? Kann man Flaschenetiketten, Getränkedosen oder Verpackungen von Lebensmitteln erkennen? Sieht man Steckdosen, Fenstergriffe oder Lichtschalter? Sind im Hintergrund Autokennzeichen oder Straßenschilder mit abgebildet?

Oftmals findet man anhand solcher Details zumindest heraus, dass die Person auf den Fotos sich nicht in dem Land aufhält, in dem das Gegenüber vorgibt zu sein, weil auf den Bildern ausländische Etiketten, Straßennamen oder Steckdosen zu sehen sind.

Ihr findet hier eine kleine Auswahl amerikanischer Lichtschalter, Steckdosen und ein Schiebefenster. Über Zusendungen weiterer Beispiele aus dem außereuropäischen Ausland freue ich mich.

 

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Danke

Vor etwas mehr als einer Woche hatte ich hier um finanzielle Unterstützung für meine Beratung von Realfakes-Opfern gebeten.
Transparenz finde ich wichtig, darum nun konkrete Zahlen:
Bisher haben 17 Menschen insgesamt 416,39 Euro überwiesen.
Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken!
Ich überlege nun, wie es langfristig weitergehen soll. Es führt wohl kein Weg an der Gründung eines Vereins vorbei, damit ich auch Spendenquittungen ausstellen kann.
Außerdem riet man mir, Crowdfunding in Betracht zu ziehen.
Ich kann mich damit bisher nicht so recht anfreunden, denn bei den bekannteren Plattformen (und nur die scheinen erfolgversprechend für die Projekte zu sein) müsste ich einen Zielbetrag angeben, der in einer gewissen Zeitspanne erreicht werden muss.
Wird dieses Ziel nicht erreicht, geht das Geld komplett wieder an die Spender zurück, statt die geringere Summe einfach dem Projekt zukommen zu lassen. Für Businessunternehmen ist das nachvollziehbar, für soziale Projekte schwierig. Ein größerer Endbetrag in z.B. einem halben Jahr wäre schön, aber so lange kann ich nicht warten, denn die Beratung muss ja jetzt weiterlaufen.
Solltet Ihr Ideen und Lösungen haben: Bitte her damit. Ich bin für jeden Tipp – auch, was die Rechtslage betrifft – sehr dankbar.
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WICHTIG: Geldzahlungen an Personen aus dem Internet

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Artikel ist wirklich wichtig und ich bitte Euch inständig, ihn Euch zu Herzen zu nehmen!

In den letzten Wochen erhielt ich vermehrt Mails von Betroffenen, die eine Internetbeziehung führen, in dessen Verlauf sie Geld an ihr Gegenüber gezahlt haben. Treffen oder Videochats fanden nicht statt.

Es handelt sich bei diesen Tätern um sogenannte Scammer / Romance-Scammer. Das sind Fakes mit kriminellem Hintergrund, die rein finanzielle Interessen verfolgen. Meist stecken keine Privatmenschen dahinter, sondern kriminelle Netzwerke.

Manche Scammer lassen sich sehr viel Zeit, um das volle Vertrauen ihres Opfers zu erlangen, andere beteuern schon in der ersten Mail, sie strebten eine ernsthafte, lebenslängliche Partnerschaft an.
Die vermeintlichen Lebensgeschichten, die sie ihrem Opfer auftischen, sind gelogen und immer die Gleichen, nachzulesen auf dieser Scammer-Checkliste.
Die Fotos, die sie für ihre Accounts verwenden, stehlen sie aus dem Internet.

Scammer können ganze Existenzen zerstören, denn das Opfer muss am Ende nicht nur eine enttäuschte Liebe verkraften, dazu kommt noch der materielle Schaden, der extrem hoch sein kann. Zusätzlich macht das Opfer sich durch „Freundschaftsdienste“ wie z.B. das Annehmen und Weitersenden von Paketen oft unbewusst selbst strafbar.

Solltet Ihr selbst zum Opfer geworden sein, lest bitte diesen Link der Polizei Scamming – jeder kann Opfer werden und ladet Euch das kostenlose E-Book der Privatdetektei A-Plus herunter.
Im Internet existieren zahlreiche Seiten über Scammer, die Ihr googeln könnt.

Ich rate dringend: Sendet ausnahmslos NIE Geld an Menschen, die Ihr noch nie getroffen habt! Das Gleiche gilt für Nacktfotos oder Informationen, mit denen Ihr Euch erpressbar macht. Und selbst, wenn ein Treffen oder Videochat stattgefunden haben sollte, seid vorsichtig und überlegt es Euch lieber zweimal, ob Ihr so wohlhabend seid, dass Ihr das Geld verschenken möchtet – denn Ihr werdet es nicht zurück bekommen. Neuerdings werden sogar Darsteller engagiert, die sich als „Echtheitsbeweis“ mit dem Opfer treffen oder mit ihm videochatten.